Loading...

In Frankreich steht ein Mann wegen Sex mit einer Elfjährigen vor Gericht. Laut den Anwälten des Angeklagten handele es sich nicht um eine Vergewaltigung. Der Prozess wurde vertagt.

Ein 28-jähriger Franzose behauptet "einvernehmlichen Sex" mit einer Elfjährigen gehabt zu haben. Der Prozess begann am Dienstag in Pontoise bei Paris.

Zunächst musste sich der Angeklagte nur wegen "sexueller Beeinträchtigung" vor Gericht verantworten.

Anwälte fordern Freispruch

Die Anwälte des 28-Jährigen hatten argumentiert, dass es sich um "einvernehmlichen Sex" handeln müsse, da das Mädchen keinen Widerstand geleistet habe. Sie forderten den Freispruch ihres Mandanten.

Von dieser Argumentation ließ sich auch die Staatsanwaltschaft überzeugen. Sehr zur Verwunderung der Richter, die nun erklärten, der Mann müsse wegen Vergewaltigung angeklagt werden.

Da es in Frankreich derzeit kein Schutzalter für Minderjährige gibt, drohen dem Mann bei einer Verurteilung wegen "sexueller Beeinträchtigung" nur bis zu fünf Jahren Haft. Bei einer Vergewaltigung wären es bis zu 20 Jahre.

Bisher blieb es in Frankreich den Gerichten überlassen, über die sexuelle Reife eines Kindes zu urteilen.

Macron reagiert auf Skandal-Prozess

Der Prozess hat sich in der französischen Öffentlichkeit zu einem Skandal ausgeweitet, der sogar den Präsidenten auf den Plan ruft.

So will Emmanuel Macron erstmals ein gesetzliches Schutzalter von 15 Jahren für einvernehmlichen Sex festlegen. In Deutschland liegt dieses Schutzalter bei 14 Jahren.

Eine Online-Petition für ein einheitliches Schutzalter für Minderjährige ist bereits von fast 370.000 Menschen unterzeichnet worden.

Die Anwältin der Familie des Mädchens meinte, es gehe um die "Würde" der Elfjährigen. Der Fall geht nun an die nächste Instanz. (mep)

Comments

Leave a Reply